🕐 2026-05-30 08:24 UTC
Energiewende in Afrika vorangetrieben, kritische Rohstoffe werden zum Engpass
Während afrikanische Länder ihre Energieinfrastruktur ausbauen und Algerien seine LPG-Exporte intensiviert, warnen Experten vor wachsenden Engpässen bei kritischen Mineralien für die globale Energiewende. Gleichzeitig fordern Klimaschützer nationale Ausstiegspläne aus fossilen Brennstoffen vor der COP31.
Key Points
- Kritische Mineralien werden zum Hauptengpass für die globale Energiewende laut Energy Monitor
- Algerien expandiert LPG-Exporte nach Tschad und plant drei Abfüllanlagen in Niger
- Nigeria plant Ausweitung der Raffinerieproduktion um Jet Fuel durch Waltersmith Petroman
- Italien erhält 211-MW-Batteriespeichersystem, 1-GW-Solarmodulvereinbarung zwischen GCL SI und Getz Energy
- Experten fordern bei COP31 nationale Ausstiegspläne aus fossilen Brennstoffen; El Niño könnte 2027 Rekordhitze bringen
Die globale Energielandschaft zeigt sich zunehmend von zwei gegenläufigen Entwicklungen geprägt: Während in Afrika fossile Energieprojekte vorangetrieben werden, verschärfen sich die Herausforderungen für die weltweite Energiewende. Laut Energy Monitor werden kritische Mineralien zunehmend zum begrenzenden Faktor für die Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte. Diese Rohstoffe sind essentiell für Batterien, Solarpanels und Windturbinen, doch ihre Verfügbarkeit kann mit dem rasanten Ausbau erneuerbarer Energien kaum Schritt halten.
In Afrika konzentriert sich die Entwicklung weiterhin stark auf fossile Energieträger. Algerien positioniert sich als regionaler Energieversorger: Das staatliche Unternehmen SONATRACH hat laut Africa Oil & Gas Report seine erste Lieferung von Flüssiggas (LPG) nach Tschad verschifft, während Naftal drei LPG-Abfüllanlagen in Niger plant. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Energieversorgung in der Sahelzone zu verbessern, setzen jedoch auf fossile Brennstoffe statt auf erneuerbare Alternativen. In Nigeria plant der Raffineriebetreiber Waltersmith Petroman die Aufnahme von Jet Fuel in sein Produktportfolio, während ARADEL seine Raffinerieproduktion steigert – ein weiterer Beleg für die anhaltende Fokussierung auf Öl- und Gasinfrastruktur.
Dennoch gibt es auch positive Signale für die Energiewende. In Europa finanziert Qualitas Energy laut Energy Monitor den Bau eines 211-MW-Batteriespeichersystems in Italien, während GCL SI und Getz Energy eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 1 GW Photovoltaik-Modulen über die nächsten drei Jahre getroffen haben. Diese Projekte demonstrieren die wachsenden Investitionen in erneuerbare Energien und Speichertechnologien in entwickelten Märkten.
Carol Koech von der Global Energy Alliance for People and Planet (GEAPP) betont gegenüber Climate Home News, dass der Zugang zu Elektrizität in Afrika nicht nur Glühbirnen zum Leuchten bringen, sondern Arbeitsplätze schaffen und Gemeinschaften transformieren sollte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes bei der Energieentwicklung, der wirtschaftliche Entwicklung und Klimaziele vereint. Climate Home News fordert zudem, dass die COP31 Länder dazu bewegen sollte, konkrete Ausstiegspläne aus fossilen Brennstoffen zu entwickeln – besonders vor dem Hintergrund, dass der Iran-Krieg Öl- und Gaslieferungen stört und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erneut deutlich macht.
Die Weltmeteorologische Organisation warnt parallel dazu, dass mit der erwarteten Rückkehr von El Niño bereits 2027 ein weiteres Rekordjahr bei den globalen Temperaturen bevorstehen könnte, wie Climate Home News berichtet. Dies unterstreicht die Dringlichkeit des Übergangs zu sauberen Energien und macht die aktuellen Investitionen in fossile Infrastruktur in Afrika umso fragwürdiger aus klimapolitischer Perspektive.
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